Januar 24, 2018

Zufriedenheit und Flexibilität mit der Arbeitszeit

Worum es in diesem Blog geht und worum nicht:

Das Thema Arbeit hat den Menschen schon immer fasziniert, aber seit einigen Jahren (vor allem mit dem Aufkommen der Generation Y), steht dabei immer mehr das Verhältnis Arbeit – Freizeit im Fokus, die sogenannte Work-Life-Balance. So verwundert es auch nicht, dass es eine Vielzahl verschiedener Studien gibt, die sich mit dem Thema der Arbeitszeit befassen: So zum Beispiel mit zum Thema Zufriedenheit mit der Arbeitszeit oder auch zum Thema Einflüsse auf die Flexibilität der Arbeitszeit. Diese Studien möchte dieser Blog nun etwas genauer untersuchen und einige Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Was dieser Blog nicht leisten mag und kann, ist die Studien zu hinterfragen.

Diskussion um Arbeitszeiten: Ein absoluter Dauerbrenner – nicht nur in Deutschland!

Feierabend. Das dürfte eines der beliebtesten Worte der Deutschen überhaupt sein. Es beschreibt weit mehr als nur das Ende der Arbeit, sondern auch das Gefühl sich nach (hoffentlich) getaner Arbeit etwas Freizeit gönnen zu dürfen. Es ist aber auch eines dieser Worte, die nicht mehr ganz zeitgemäß zu sein scheinen, ist es doch offensichtlich, dass mit dem Arbeitsende auch gleichzeitig eine bestimmte Tageszeit gemeint ist. Als das Wort Feierabend erfunden wurde, war also allgemein klar, dass man Tagsüber (aufgrund des Tageslichts) arbeitete und man sich abends bzw. nachts ausruhte. Natürlich hat dies noch nie auf alle Teile der arbeitenden Bevölkerung zugetroffen, aber jedoch auf die meisten. Jedoch ist klar, so unterschiedlich wie heute waren die Arbeitszeiten selten. Alle möglichen Arten von Dienstleistungen und Produktionen erfordern den Einsatz von Mitarbeitern rund um die Uhr.

Mitte November 2017 ist die Diskussion um die Arbeitszeit wieder voll aufgebrannt. Die Wirtschaftsweisen fordern mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Grundsätzlich herrscht zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern auch Einigkeit darüber, dass man flexibler arbeiten solle. Doch bei der genauen Umsetzung dieser Flexibilität im Arbeitsalltag kommt es dann doch hin- und wieder zu Schwierigkeiten. Gewerkschaften fürchten, dass die Arbeitnehmer das Schlagwort Flexibilität nur (aus)nutzen, um den Mitarbeiter noch mehr arbeiten zu lassen. Gleichzeitig gibt es aber auch Überlegungen, dass der moderne Mitarbeiter vielleicht gar keinen 8 Stunden mehr zu haben braucht.

So gibt es derzeit Bestrebungen die Arbeitszeit der Mitarbeiter zu verkürzen. Vorbild dafür dient Schweden bzw. ein Pflegeheim in Göteborg. Dort wurde der 6-Stunden Tag bei vollem Lohnausgleich getestet mit dem Ergebnis: Mitarbeiter sind glücklicher und gesünder, die Patienten zufriedener und die Produktivität stieg. Mittlerweile wurde das Projekt allerdings wieder beendigt, da die Kosten dafür zu hoch seien. Sprich, die Mehrausgaben für die Stadt Göteborg stiegen aufgrund des gestiegenen Personalbedarfs an. Die Frage, ob diese Mehrkosten sich nicht, durch die geringeren Fehltage wegen Krankheit und die dadurch geringere Inanspruchnahme der öffentlichen Gesundheitskassen, gegenfinanzieren ließe, bleibt bislang unbeantwortet.

Was schafft (Un-)Zufriedenheit bei der Arbeitszeit?

Fakt ist jedoch, dass in der zeitgenössischen Gesellschaft der starre 8-Stunden-Tag im Büro (mit festem Arbeitsbeginn und -ende) mehr und mehr ausgedient hat. Eine Studie des IBA zeigt, dass Mitarbeiter vor allem dann mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind, wenn sie selbst über eine gewisse Autonomie ihrer Arbeitszeit verfügen. Also, dass sie – bis zu einem gewissen Grad – selbst entscheiden, wann sie wie viel arbeiten wollen. Diese Einstellung der Arbeitnehmer, steht allerdings dem wichtigsten Anliegen des Arbeitgebers entgegen: die Sicherstellung des Erbringens einer Leistung (Produkt/Service). Denn, wie die weitere Studie zeigt, wenn Firmen unter Druck stehen, geht die Flexibilität der Arbeitszeit massiv zurück.

Welches sind nun die Faktoren, welche einen Einfluss auf die Zufriedenheit mit den Arbeitszeiten haben?

  • Allgemein gesprochen, liegt die Zufriedenheit mit der Arbeitszeit unter der Zufriedenheit mit der Arbeit an sich. Im Durchschnitt zeigten sich die Deutschen recht zufrieden was sowohl die Arbeitszeit als auch die Arbeit per se betrifft
  • Die höchste Zufriedenheit äußersten die Arbeitnehmer, die in Teilzeit arbeiten
  • Darüber hinaus ist allgemein zu sagen, dass je mehr Stunden gearbeitet werden, die Menschen unzufriedener mit der Arbeitszeit mehr.
  • Die Zufriedenheit mit der Arbeitszeit hängt zudem in der Regel von nicht-menschlichen (Geschlecht, Alter, Ausbildung ab), sondern im großen Maße inwieweit der Mitarbeiter Einfluss auf die Arbeitszeit nehmen kann. Sprich wie Autonomie ihm oder ihr bleibt
  • Große Auswirkungen auf die Unzufriedenheit mit Arbeitszeit haben dagegen Faktoren wie unbezahlte Überstunden, zu großer Arbeitsumfang oder untypische Arbeitszeiten wie nachts oder am Wochenende

Wie flexible ist Deutschland bei der Arbeitszeitregelung?

Dies sind also die Zahlen die, die Zufriedenheit sowie die Wünsche der Arbeitnehmer ausdrücken. Aber gerade in Bezug auf das eben angesprochene Thema Autonomie, sollten sich auch die Arbeitgeber angesprochen fühlen. Schließlich sind es besonderen Maßen sie, die die Flexibilität der Arbeitszeit bestimmen. Dabei lassen folgende Tendenz erkennen:

  • Allgemein gesprochen, arbeiten rund 41 % der Arbeitnehmer in Deutschland mit einer fixen Arbeitszeit, sprich einem festen Arbeitsbeginn und -ende. Dagegen haben nicht mal ein Viertel (~ 23 %) der Arbeitnehmer einen Gleitzeitkonto
  • Die einen großen Unterschied bei der vollständigen Autonomie der Arbeitszeiten gibt es zwischen Ost- und Westdeutschland. So können nur ca. 9,6 % der Arbeitnehmer im Osten ihre Arbeitszeit bestimmen, während es im Westen mit 13,6 % fast 1,5-mal so viele sind
  • Bei Firmen mit weniger als 20 Mitarbeiter wird in jedem zweiten ein fixer Arbeitstag vorgeben
  • Bei rund vier von fünf Unternehmen in der Baubranche wird entweder der Arbeitstag komplett vorgeben (51 %) oder allenfalls kleiner Abweichungen (27 %) zu gelassen

Fasst man die Beobachtungen aus beiden Studien zusammen, wird klar, dass sich die Mitarbeiter grundsätzlich mehr Autonomie bei der Einteilung ihrer Arbeitszeit wünschen, diese bei der Mehrheit der Unternehmen verwehrt wird. Knapp 2/3 der Arbeitnehmer arbeiten in einem begrenzten zeitlichen Korridor und wünschen sich aber mehr Autonomie. Die Möglichkeit den Arbeitnehmer selbst entscheiden zu lassen, wie viel er oder sie arbeiten möchte, stellt aber ein großes Risiko für die Unternehmen dar, da sie so Gefahr laufen ihre Ziele und Vorgaben nicht zu erreichen.

Gleitzeitkonten: Eine sinnvolle Möglichkeit?

Eine Möglichkeit dem Wunsch nach mehr Flexibilität zu entsprechen könnte demnach ein Zeitkonto sein. Dieses könnte gibt dem Arbeitnehmer bis zu einem gewissen die Möglichkeit seine Zeit auf der Arbeit selbst einzuteilen und stellt gleichzeitig sicher, dass er den Arbeitnehmer und seine Kollegen nicht ausnutzt. Zu der Einrichtung von Gleitzeitkonten hält die Studie zu dem noch folgende interessante Ergebnisse bereit:

  • Auffällig bzgl. der Gleitzeitkonten ist, dass während in den alten Bundesländern quasi jeder Vierte über ein solches verfügt, während in den neuen Bundesländern nur jeder Fünfte.
  • Darüber hinaus fällt auf, dass zwar jeder Dritte Mitarbeiter in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern über ein Gleitzeitkonto verfügt, aber rund 8 % der kleinen Betriebe (weniger als 20 Mitarbeiter) dieses anbietet

Dass diese Option trotz offensichtlicher Vorteile nicht so oft in kleinen Betrieben genutzt wird, obwohl gerade diese über 80 % der Unternehmen stellen, lässt sich womöglich durch einen zu großen administrativen Aufwand im Verhältnis zur Anzahl der Mitarbeiter erklären. Abhilfe könnten dabei die Digitalisierung schaffen. Eine Zeiterfassung, welche der Mitarbeiter leicht und von überall bedienen kann, können nicht nur für mehr zeitliche, sondern auch für mehr geografische Flexibilität (Stichwort Homeoffice) sorgen. Mittlerweile gibt es sehr leistungsfähige und gleichzeitig kostengünstige Zeiterfassungssysteme, die mit sehr wenig Aufwand implementiert werden können.

Somit wäre beidseitig gute Lösung gefunden, sodass sowohl der Chef, als auch der Angestellte zufrieden in den Feierabend gehen können – ganz egal wann dieser auch eingeläutet wird.

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About Florian Kohlhammer
Anfang des Jahres bei HiKey eingestiegen und gleich mit der Erstellung des Blogs betraut worden. Abgesehen vom Blogschreiben, liegen meine Aufgaben im Bereich Business Development, Account Management und HR. Ich freue mich auf viele Leser und bin gespannt auf Wünsche, Anregungen oder Kritik!

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